Deine Sorgen nur loslassen bringt nichts – was stattdessen hilft

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Einfach loslassen?

Ich bin auf einen Artikel mit dem Motto „Don’t worry, be hopey. – Sorge Dich nicht, sei hoffnungsvoll“ gestoßen.

Sprich, sobald du dich um etwas sorgst, malst du dir hoffnungsvoll den positiven Ausgang der Situation aus. Ganz nach der Devise: Loslassen und fertig ist der Lack.

Dazu will ich dir ein paar mehr Worte mit auf den Weg geben, da das meiner Meinung nach ein unvollständiger Ansatz ist.

Was passiert, wenn deine Hoffnung doch enttäuscht wird? Wie fühlst du dich, wenn es dreimal hintereinander schlimmer kommt, als du dir je hättest vorstellen können?

Definitiv macht es Sinn mit einer positiven und offenen Art in den Tag zu starten. An dem Spruch „Sei positiv und dir passiert etwas Positives“ ist natürlich etwas dran. Gleiches gesellt sich gern zusammen.

Doch der Denkansatz „Sorge Dich nicht, sei hoffnungsvoll“ ist mir persönlich zu kurzweilig. Er lindert dein Leiden nur vorübergehend und nicht nachhaltig.

Da fehlt irgendwie etwas!

Der ganzheitliche Weg

Das Wort „Loslassen“ ist schon mal gar nicht so schlecht – nur in einem anderen Zusammenhang, wie du später sehen wirst.

Doch um überhaupt irgendetwas loslassen zu können, fehlt ein Schritt.

Wenn du dich mit der aktuellen Sachlage nicht anfreunden kannst, lässt deine geistige Anspannung überhaupt keine andere Perspektive zu.

Zuerst die aktive Akzeptanz

Das ist der erste Schritt, den du nicht überspringen kannst. Du musst den Ist-Zustand akzeptieren oder zumindest annehmen können.

Du musst dich der Gegenwart stellen und deine Herausforderung beherzt angehen!

Ansonsten hast du kaum eine Chance auf Beruhigung deines besorgten Egos. Vom Loslassen ist am Anfang noch überhaupt keine Rede.

Das kommt dir vielleicht auch schon bekannt vor. Oft werden die zwei Wörter akzeptieren & loslassen zusammen thematisiert.

Da du dir sicher etwas unter Akzeptanz vorstellen kannst, hier nochmal ein paar wichtige Punkte dazu:

  • Akzeptieren heißt nicht, dass wir es gut finden, es wollen oder es uns ausgesucht haben
  • Akzeptieren ist ein aktives Tun – Es gibt keine Abkürzung
  • Akzeptieren heißt nicht, dass wir schwach sind und aufgeben
  • Akzeptieren heißt nicht, dass etwas für immer so bleiben muss
  • Es wird immer Ausreden geben

Dann erst lässt es dich passiv los

Wie “es lässt dich los“? Du hast richtig gehört!

Loslassen klingt immer so, als wenn von einer Tätigkeit die Rede ist. Dadurch denkt man, dass eine aktive Handlung vollführt wird.

Du hast deinen Part allerdings schon mit der Akzeptanz vollbracht. Die beklemmenden Gedanken sollten bei dem richtigen Ansatz wie von Zauberhand weniger werden.

Zumindest solltest du dich etwas erleichtert fühlen, nachdem du deinen jetzigen Stand aktiv akzeptierst hast. Darum:

Du lässt weniger etwas los, vielmehr lässt es dich los.

Sozusagen findet ein passiver Vorgang statt, der dem Aktiven entgegensteht. Dabei siehst du wieder, dass es zwei Pole im Leben gibt, die sich untereinander ausgleichen.

Zum Schluss steht die Einheit im Mittelpunkt.

Nur wenn du beide Pole erlebst und meisterst, kannst du sie zur Einheit integrieren. Jede Medaille hat zwei Seiten – Beide wollen aber auch von dir erkundet werden!

3 Ideen für Leichtigkeit & Entspannung im ewigen Kreislauf

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Wie bereits erwähnt musst du deinen Herausforderungen gegenübertreten, das wird dir niemand abnehmen.

Deiner Entwicklung wirst du auch nie entkommen können. Das Leben stellt dir ständig Aufgaben zum Wachsen. Du befindest dich in einem unendlichen Kreislauf.

Hier ein paar Ideen, damit du besser zurechtkommst:

#1 Du bist nicht deine Gedanken

Wenn dich mal wieder eine Sorge nicht loslässt, mache dir klar, dass deine Gedanken nur Hirngespinste sind.

Der Wahrheitsgehalt eines Gedanken wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich interpretiert.

Erkenne, dass deine Gedankenimpulse durch eigene Glaubenssätze gefiltert sind. Das Empfinden eines Sachverhaltes ist je nach deinen Verhaltensmustern und Konditionierungen abhängig.

Was für dich schrecklich ist, ist vielleicht für jemand anderen lächerlich. Nicht, dass ich deine Probleme untergraben will, mache dir dennoch bewusst:

Kein Gedanke ist ultimativ wahr – Deine Subjektivität spielt eine große Rolle.

#2 Wir sind Geschichtenerzähler

Schöne sowie schlechte Geschichten erzählen wir uns fast den ganzen Tag.
Kaum wird beachtet wie schön der tatsächliche Moment ist, lieber wird alles sofort mit der eigenen Vergangenheit oder der erträumten Zukunft abgeglichen.

Sei ehrlich zu dir, du grübelst sicher auch zumindest unterschwellig über so manche Dinge oder?

Häufig spinnen wir uns zu den Umständen noch mehr Sorgen hinzu. Wir malen die schlimmsten Bilder im Kopf und visualisieren allerlei Quatsch.

Das kann soweit ausarten, dass die Einbildungen überhaupt nichts mehr mit dem Ursprung zu tun haben.

Verschwende deswegen nicht noch Energie für sinnlose Projektionen.

Reflektiere den Ist-Zustand und füge ihm nicht Geschichten hinzu.

#3 Ändere deine Perspektive

Meistens will sich das Ego vor unangenehmen Gefühlen verstecken. Deswegen flüchtet man sich gerne in eine zweifelhafte Selbstoptimierung.

Obwohl nicht du dich verändern musst, fällt uns meistens keine bessere Alternative bei Kritik ein.

Verstehe, dass du dich nur zu einem gewissen Punkt tatsächlich verändern kannst. Jeder von uns ist mit einem charakterlichen Grundgerüst auf die Welt gekommen.

Deine Aufgabe ist es nicht anderen Identitäten und Träumen hinterherzujagen. Das macht dich früher oder später unglücklich und führt in eine Sackgasse.

Versuche stattdessen die Perspektive auf deine Herausforderungen zu verändern, anstatt dich zu verbiegen oder auszuweichen. Dadurch sieht die Welt gleich ganz anders aus.

Ändere deine Beziehung zu den Geschehnissen und bleibe dir treu.

Egal wie du es machst – jedenfalls nicht nur loslassen

Selbst wenn du “besondere“ Erlebnisse wie außerkörperliche Erfahrungen hattest – Du kommst nicht dauerhaft aus deiner Haut heraus.

Das ist auch nicht das Ziel. Du bist ein Mensch mit Fehlern, der sich in Richtung Liebe entwickeln sollte.

Jeder hat irgendwo sein Päckchen zu tragen, Fragen wie „Warum ausgerechnet ich?!“ brauchst du dir nicht zu stellen.

Das Leben erteilt dir individuelle Lektionen, die man selten als Kinderspiel betrachten kann. Nimm sie an und flüchte dich nicht in einen gedachten sicheren Hafen.

Dabei wird dir krampfhaftes Loslassen allein nicht viel bringen. Dadurch wird das Ungewollte nur noch stärker, weil du deine Aufmerksamkeit darauf richtest.

Viel Spaß am Leben wünscht dir Sascha

Photos: unsplash.com

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