Warum nicht du dich verändern musst

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Kontrolle im Leben

Es passieren unentwegt Situationen, die uns nicht ganz behagen. Sie entsprechen nicht unserem Willen. Meist sollte das Leben ganz anders verlaufen und eben nicht wie es gerade ist.

Ob in der Familie, auf Arbeit oder im Job – oft läuft es nicht nach deiner Nase. Falls das Glück dir dann doch mal eine lange Zeit hold ist, kannst du dir sicher sein das irgendwo der Dämpfer kommt. Irgendwann passiert wieder etwas, was du überhaupt nicht gebrauchen kannst.

Kommt dir das bekannt vor? Irgendwie scheint es, dass das Leben mit seinen Geschehnissen nicht kontrollierbar ist. Manchmal ist man eher wie ein Spielball, der hin und her geworfen wird.

Komisch ist nur, dass man überall von erfolgreichen und tollen Menschen hört sowie liest. Dein Wille kann also doch die Fäden in der Hand halten und echte Kontrolle ausüben? Wenn man sich näher damit beschäftigt, sieht es zumindest an der Oberfläche so aus.

Materialismus als Lösung?

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Wir alle wünschen uns Frieden, Glück und Harmonie. Die schlechten Seiten des Lebens werden gerne gemieden. Sie fühlen sich nicht gut an. Wer leidet denn auch schon gerne?

Also scheint in unserer Welt die passende Antwort darauf der Materialismus zu sein. Er wird wie ein heiliger Gral glorifiziert. Wer Geld hat, ist unabhängig und frei. Mit Geld kann man machen was man will und wird zu nichts gezwungen.

Mit neuer teurer Kleidung fühlt sich dein Ego gleich wohler, da lässt sich die letzte Kritik doch viel besser verkraften oder? So schaffen wir uns im Leben eine Vielzahl von gedachten Sicherheiten um uns selbst zu beruhigen.

Genau in diesem Sinne pulsiert unsere Kultur. Von früh an werden wir somit konditioniert. Die Mehrheit hat einfach keine sinnvollere Lösung.

Sicher braucht jeder Geld zum Leben und sicher bietet Geld eine gewisse Flexibilität. Doch es ist nicht DIE Lösung schlecht hin und schon gar nicht rettet es dich vor ungewünschten Momenten.

Könntest du mit einer Milliarde Euro Todesfälle in der Familie verhindern? Würdest du mit so viel Geld nie wieder Schuldgefühle empfinden? Könntest du mit Reichtum automatisch tiefere Gespräche mit deinem Partner führen?

Du siehst, dass Materialismus nicht wirklich eine echte innere Entwicklung vorantreibt. Erst recht nicht kannst du damit die Unvorhersehbarkeit des Lebens besiegen. Auch wenn Geld dein Gewissen beruhigt – Kontrolle bringt es dir nicht.

Liegt es nicht in deinen Händen?

Egal wie du es drehst und wendest – verhindern kann man vermeintlich schlechte Ereignisse nicht, sie passieren schlicht weg einfach.

Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreffen kann erhöht oder gesenkt werden, dennoch bist du selbst mit dem dicksten finanziellen Polster nicht davor gefeit.

Also sind andere Menschen schuldig und verantwortlich? Falls du das mit der Artikelüberschrift gehofft hast, muss ich dich leider enttäuschen :-). Die Verantwortung muss immer selbst getragen werden. Du solltest die Ursachen bei dir suchen.

Wenn man etwas als negativ empfindet, ist die Versuchung groß anderen Menschen und Umständen die Schuld zuzuschieben. Unserem Ego gefällt es, wenn der eigene Glanz nicht verletzt wird.

Doch wenn du das machst, wo ist da der Unterschied? Verändert sich deine Stimmung dadurch nachhaltig? Klärt sich deine Gedankenwolke damit auf? Werden die inneren Kommentare fröhlicher?

Meist verstricken Schuldzuweisungen zusätzlich das Innere. Mehr und mehr Fragen kommen auf und das Gefühl von fehlender Kontrolle verstärkt sich.

Was muss sich dann verändern?

Was kannst du dann überhaupt machen? Dinge passieren, die Verantwortung kannst du dafür aber nicht abschieben.

Bist du also Allem ausgeliefert und verdammt dich ständig schwarz zu ärgern? Ersteres Ja, Letzteres Nein!

Das Passende was dir jetzt vielleicht in den Kopf kommt, nennt sich “Selbstverbesserung“. Ein ganz großer Begriff mit einem noch viel größeren Markt.

Du hast ungewünschte Eigenschaften? Kein Problem, eine passende Information steht für dich bereit!

Wenn du dich beispielsweise schwach fühlst, musst du bissiger im Leben werden. Solche Gedanken sind logische Schlussfolgerungen des Verstandes.

Selbstverbesserung

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Irgendwie musst du dich ja besser fühlen und da du verantwortlich für dich bist, bleibt nur die Veränderung übrig. Einen anderen Ausweg scheinen wir nicht zu haben.

Wissen ist mittlerweile billig und deswegen kann man ganz schnell in die Fußstapfen eines vermeintlichen Vorbildes steigen. Die Verführungen sind zahlreich.

Jeden gewünschten Charakterzug kannst du dir aneignen. Das Erlernen anderer Identitäten ist heutzutage so einfach wie der Wechsel von Schlafanzügen.

Deine scheinbar schlechten Eigenschaften kannst du dir mit hunderten Plänen und Systemen in kürzester Zeit “abtrainieren“.

Ohne Wirkung

Wenn du auch schon mal so einen Prozess durchlebt hast, ist dir vielleicht folgendes aufgefallen:

Man fällt früher oder später wieder in alte Verhaltensmuster zurück oder man lässt neugewonnene Eigenschaften plötzlich wieder los. Von der eignen Motivation ist nicht mehr viel zu hören und die Enttäuschung über das Versagen ist groß.

War es wieder mal der fehlende Ehrgeiz? Bist du nicht zielstrebig? Bist du zu schlecht? Umgibst du dich mit den falschen Menschen?
Die Antwort darauf ist simpel: Nein!

Sicherlich musst du für 20 Kg weniger Körpergewicht eine gewisse Portion Ehrgeiz + Disziplin an den Tag legen, sonst passiert da leider nicht viel. Dennoch gilt im Allgemeinen:

„Eine Lilie wächst als Lilie und eine Rose wächst als Rose.“

Sprich, wenn du eher eine ruhige und nachdenkliche Person bist, solltest du nicht versuchen das Gegenteil zu sein. Du bist mit dieser Grundenergie auf die Welt gekommen. Verbiege dich nicht sinnlos.

Du bist grundlegend der Mensch, der du eben bist. Eine Blume würde nie auf die Idee kommen ein Baum werden zu wollen. Keine Angst, im nächsten Leben bist du vielleicht eine imposante Persönlichkeit ;-).

Um was geht es dann?

Wie du siehst kannst du dem Leben nicht ausweichen und verändern kannst du dich nur zu einem gewissen Grad.

Dämmert es dir schon was dann nur noch übrig bleibt?

„Es geht nicht so sehr darum, dass du dich veränderst. Vielmehr geht es darum deine persönliche Beziehung zu den Geschehnissen zu verändern.“

Wie ist deine Reaktion in bestimmten Situationen? Wie verhältst du dich bei Kritik? Was passiert mit dir, wenn etwas Unerwartetes geschieht? Warum verhältst du dich so?

Das sind die richtigen Fragen. Statt sich über alles aufzuregen solltest du dein Verhalten reflektieren und die Sinnhaftigkeit hinterfragen.

Beachte, dass keine herkömmliche Selbstverbesserung stattfinden soll. Hier ist eine tiefe Beschäftigung im Inneren gefragt.

Das kann helfen

Ich gebe dir Recht, dass das Alles nicht einfach ist. Wenn du dir aber mal veranschaulichst, dass die eigenen Gedanken nur Hirngespinste sind, fällt es wesentlich leichter.

Was? Die eigenen Gedanken sind nicht wahr? Richtig, denn du bist nicht deine Gedanken!

So entstehen Gedanken:

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  • Du nimmst durch deine 5 Sinne eine Information im Außen auf
  • Diese wird dann durch dein Bewusstsein und Unterbewusstsein gefiltert
  • Je nachdem wie deine geprägten Erfahrungen und Konditionierungen sind, entsteht ein Impuls
  • Dieser Impuls löst deine dazugehörige Gedankenrichtung sowie passende Emotionen aus

So in etwa entsteht dein ganzes Verhalten. Wärst du also in einer anderen Kultur aufgewachsen, wärst du praktisch ein ganz anderer Mensch.

Behalte diese Vorstellung im Blick, obwohl sie sehr kurios ist. Denn dadurch fällt es leichter das eigene Ego zu durchschauen.

Im Fokus

Das Leben bringt ständig Überraschungen mit sich. Versuche die gestellten Herausforderungen anzunehmen, anstatt sie verhindern oder kontrollieren zu wollen.

Begegne ihnen mit deiner persönlichen Art und Offenheit. Reflektiere dein Verhalten und verändere deine Reaktion auf die Geschehnisse, wenn dich etwas stört – es geht nicht um eine Selbstverbesserung, sondern um die Art und Weise.

Mache dir klar, dass deine Gedanken und somit dein Verhalten auch ganz anders sein könnten.

„Wärst du eine Haustür weiter aufgewachsen, wer wärst du dann heute?“

Alles Gute, Sascha

Photos: unsplash.com

3 Kommentare
  • Ramona Ohlmeyer
    März 13, 2017

    Hallo ihr lieben,danke für den tollen Beitrag.Sehr schön.lg Ramona

  • Rasa
    März 16, 2017

    Danke. Sehr gut. Eigentlich ist es die Warheit.
    Herzliche Grüsse
    Rasa

  • Karin Bastian
    April 8, 2017

    Das ist prima beschrieben, man macht sich sowieso immer Gedanken ZB: wäre ich besser später geboren als in der Kriegszeit, dann hätte ich die arme Zeit nicht erleben müssen, alles wäre besser & moderner & vor allem leichter gewesen, aber wer weiß wofür es gut war, was man daraus lernen sollte…..Es gäbe noch so vieles was man daraus folgern könnte. Liebe Grüße karin

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